Vermieten ohne Makler: Was man wirklich selbst machen muss
Ein Makler nimmt Ihnen weniger ab, als der Preis vermuten lässt, und mehr als die Kritiker behaupten. Diese Aufstellung trennt beides sauber.
- Lesezeit
- 3 Minuten
- Stand
Seit dem Bestellerprinzip zahlt bei einer Vermietung fast immer der Eigentümer die Maklerprovision. Damit ist aus einer Selbstverständlichkeit eine Rechnung geworden: Zwei Bruttomonatsmieten sind bei einer Wiener Wohnung schnell über zweitausend Euro. Die Frage ist berechtigt, was dafür geleistet wird.
Die ehrliche Antwort liegt zwischen den beiden lauten Positionen. Ein Makler macht mehr als nur ein Inserat schalten. Aber der Großteil dessen, was er macht, ist Koordination, und Koordination lässt sich anders lösen als über eine Provision.
Was übernimmt ein Makler tatsächlich?
Aufgeschlüsselt in die einzelnen Tätigkeiten sieht das Leistungspaket so aus:
| Aufgabe | Aufwand | Delegierbar? |
|---|---|---|
| Preiseinschätzung | Aufwand1 bis 2 Stunden | Delegierbar?teilweise, Marktdaten sind öffentlich |
| Fotos und Exposé | Aufwandhalber Tag | Delegierbar?ja, mit Anleitung selbst machbar |
| Inserat schalten und pflegen | Aufwand1 bis 2 Stunden | Delegierbar?ja |
| Anfragen beantworten | Aufwand5 bis 15 Stunden | Delegierbar?ja, das ist der große Block |
| Termine koordinieren | Aufwand3 bis 8 Stunden | Delegierbar?ja |
| Besichtigungen abhalten | Aufwand2 bis 6 Stunden | Delegierbar?nein, jemand muss aufsperren |
| Unterlagen einsammeln und ordnen | Aufwand2 bis 4 Stunden | Delegierbar?ja |
| Vertrag aufsetzen | Aufwandunterschiedlich | Delegierbar?nein, gehört zum Notar oder Anwalt |
Der mit Abstand größte Posten ist nicht die Besichtigung, sondern das, was davor liegt: Anfragen beantworten und Termine ausmachen. Ein gutes Inserat in Wien bringt dreißig bis fünfzig Anfragen, und fast jede stellt dieselben vier Fragen.
Was bleibt trotzdem bei Ihnen?
Zwei Dinge bleiben immer bei Ihnen, ob mit Makler oder ohne:
- Die Entscheidung, wer einzieht. Kein Makler nimmt Ihnen die Auswahl ab, und keiner haftet dafür.
- Die Unterschrift unter den Mietvertrag samt allem, was darin steht.
Alles andere ist Organisation. Und Organisation ist der Teil, für den eine prozentuale Provision die denkbar ungünstigste Abrechnungsform ist: Der Aufwand für eine Wohnung um 700 Euro Miete unterscheidet sich kaum von dem für eine um 2.000 Euro, die Provision aber um das Dreifache.
Wo geht es beim Selbstvermieten schief?
Zu viele Einzeltermine
Der klassische Fehler ist, jeder Anfrage einen eigenen Termin zu geben. Zwanzig Interessenten bedeuten dann zwanzig Abende, von denen ein Drittel nicht erscheint. Sammeltermine lösen das vollständig, und sie haben einen zweiten Vorteil: Sie sehen die Bewerber im Vergleich statt einzeln über drei Wochen verteilt.
Unvollständige Unterlagen
Wer den Energieausweis erst sucht, wenn die erste Anfrage kommt, verliert eine Woche im besten Fall. Vorher zusammentragen, nicht nachher.
Keine Struktur bei den Bewerbungen
Wenn Gehaltszettel und Ausweiskopien verstreut im Mailpostfach liegen, ist ein fairer Vergleich kaum möglich. Sie brauchen von allen dieselben Angaben an einer Stelle.
Gibt es einen Mittelweg zwischen Makler und Selbstinserat?
Zwischen Provision und komplettem Selbermachen liegt die Variante, die Koordination abzugeben und die Entscheidungen zu behalten. Genau dafür ist alease gebaut: Sie legen Ihr Objekt und Ihre Wunschtermine an, das Inserat geht auf die gängigsten Portale, alle Anfragen laufen in einem Postfach zusammen, die Interessenten werden gebündelt eingeladen.
Sie sperren auf und Sie entscheiden. Alles davor ist organisiert. Zum Fixpreis, nicht als Anteil an Ihrer Miete.
Häufige Fragen
- Darf man in Österreich ohne Makler vermieten?
- Ja, ohne Einschränkung. Sie inserieren selbst oder lassen inserieren, führen die Besichtigungen und schließen den Mietvertrag. Ein Makler ist nirgends vorgeschrieben.
- Was kostet es, ohne Makler zu vermieten?
- Ein privates Inserat kostet je nach Portal zwischen null und rund 30 Euro. Der eigentliche Preis ist Zeit: Vermieter berichten von 40 bis 60 Stunden je Mieterwechsel. Mit alease sind es einmalig 480 Euro inklusive USt je Objekt statt bis zu drei Bruttomonatsmieten Provision.
- Wie viele Anfragen bekommt man auf ein Inserat?
- In Wien bei marktüblicher Miete mehrere Hundert in wenigen Tagen. Ein Vermieter berichtet von 423 Nachrichten in fünf Stunden, und etwa siebzig Prozent davon sind für die Vermietung unbrauchbar.
- Wer schreibt den Mietvertrag, wenn kein Makler beteiligt ist?
- Sie selbst mit einer geprüften Vorlage, ein Anwalt oder ein Notar. Die Arbeiterkammer hat in einem einzigen geprüften Mietvertrag 118 rechtswidrige Klauseln gefunden; eine Vorlage aus dem Netz gehört gegengelesen.